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     Die Entdeckung der Currywurst






Interview mit Lena Bröcker

Reporter: Moin, moin, Frau Brückner. Nun ist der Krieg schon über 60 Jahre her und sie haben laut Gerüchten einen Fahnenflüchtigen in ihrer Wohnung versteckt. Stimmen diese Gerüchte?

Lena:Ja, es stimmt. Ich fand ihn von Anfang an sympathisch. Wenn ich ihm nicht geholfen hätte, wäre er wohl gefallen. Ich weiß, dass mein Verhalten nicht erlaubt war. Jedoch war es eine Entscheidung, die ich aus dem Bauch getroffen habe.

Reporter: Wie lange lebten sie mit ihm in ihrer Wohnung in der Brüderstraße?

Lena: Ich habe die Zeit nicht gezählt, aber ich glaube, es waren mehrere Monate. Die Zeit verging wie im Flug, da ich mich in ihn verliebt habe. Während meiner Arbeitszeit in der Kantine musste ich immer an ihn  denken. Nach Dienstschluss bin ich dann immer zügig nach Hause gegangen, um ihn möglichst schnell zu sehen. Da es keine Zeitungen und auch keine Radios in meinem Haushalt gab, geriet das Datum in Vergessenheit.

Reporter: Das ist verständlich. Nur die Wenigsten hatten ein Radio. Aber was machte dann der Mann während sie nicht da waren?

Lena: Bremer saß am Fenster und beobachtet die Leute auf der Straße. Als ich dann Heim kam, wollte er den Frontverlauf wissen. Als die Stadt kapitulierte, wollte ich ihn nicht verlieren und habe ihn deswegen nicht die Wahrheit erzählt. Vielleicht war das der Grund, warum er gegangen ist.

Reporter: Wie war es denn als er gegangen ist? Hat er sich von ihnen verabschiedet?

Lena: Ne, er hat mir keinen Abschiedsbrief geschrieben oder mir es auch nicht erzählt, dass er gehen möchte. Er ist einfach abgehauen. Anfangs habe ich das sehr bedauert. Aber mit der Zeit habe ich mich damit abgefunden, da bald auch mein Mann zurück nach Hause kam.

Reporter: Leben sie mit ihm zusammen?

Lena:Ne, ich habe ihn hinaus geschmissen. Er ließ sich immer nur bedienen.Eigentlich hätte ich es vorher schon wissen müssen. Doch durch den Aufenthalt von Bremer ist mir klar geworden, dass ich mich auch allein versorgen kann. Dieses musste ich ja auch die restlichen Jahre, wo Bremer nicht da war.

21.12.15 17:07
 


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